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PresseJunge Leute suchen Fehler

Junge Leute suchen Fehler

  

Juliane Zinecker musste unter das «frisierte» Auto kriechen, um alle Fehler zu finden, so an den Bremsen und an der Achse. 

ZEITZ/MZ. 40 junge Männer und eine Frau aus dem Burgenlandkreis stellen sich seit Dienstag in den Berufsbildenden Schulen Zeitz ihrer praktischen Zwischenprüfung, die Donnerstag endet. Sie erlernen in Betrieben der Kfz-Innung Sachsen-Anhalt Süd den Beruf eines Kfz-Mechatronikers. "Wir sind mit den praktischen Prüfungsleistungen zufrieden", sagte der Innungsobermeister für das Kfz-Gewerbe Sachsen-Anhalt-Süd Rudolf Rübner. Die jungen Leute hatten unter Beweis zu stellen, dass sie unter anderem Fehler am Gemischbildungs- und Zündsystem erkennen. Prüfungsthema war zudem die Durchführung einer Haupt- und Abgasuntersuchung.
"Jeder Prüfling muss eine Fehlersuch-Strategie entwickeln", so Hans-Peter Truhm, Koordinator an den Berufsbildenden Schulen Zeitz. An einem Pkw galt es, sechs Mängel herauszufinden, so an den Achsen, Bremsen oder auch der Lenkung. "Es ist wirklich nicht einfach, das zu entdecken", ergänzte Prüfer Karsten Guhra. Juliane Zinecker hatte das gemeistert, versicherte er. "Man sollte die Augen schon ein bisschen aufmachen", war von der 20-jährigen Haynsburgerin zu erfahren.
Vor David Bohn aus Weißenfels stand hingegen die Aufgabe, Fehler an einer Beleuchtungsanlage zu finden. "Einen von drei habe ich schon", sagte der 19-Jährige freudig. Kenntnisse waren auch an einem Opel-Motor gefragt. Dort galt es, mit Messinstrumenten gut umzugehen. "Egal, um welches Automodell es geht", erklärte Truhm, "bei der Erstausbildung muss jeder an einem Motor arbeiten können." Eine Spezialisierung an den jeweiligen Automarken erfolgt später. Rübner lobte die Ausbildungsbetriebe, die sich viel Mühe gaben, den jungen Leuten etwas beizubringen. In den letzten Jahren, wies er hin, sind lediglich fünf Prozent der Prüflinge durchgefallen.
Der Innungsobermeister machte aber auch keinen Bogen um die aufgetretenen Schwachstellen. Das betrifft eindeutig die Elektronik, Elektrik. "Davor haben alle Bammel", so Truhm. Logisches Denken sei hierbei gefragt. Lediglich mit einem "Schrauberhändchen" komme man auf dem Gebiet nicht weiter. Und auch nicht so ganz zufrieden zeigten sich die Prüfer mit der bereits absolvierten Theorie, so müssen vier Teilnehmer zu einer Ergänzungsprüfung antreten. Rübner weiter: "Die Ergebnisse sind leider nicht so ausgefallen, wie man sich das wünscht." Bei sehr vielen müsse sich die Einstellung zur Schule ändern. Das umso mehr, wenn später eine zusätzliche Qualifizierung zum Servicetechniker erfolgen soll. Die schaffe von zehn Gesellen nur einer, die Anforderungen seien extrem hoch. Und nach wie vor, fügte Rübner hinzu, stellt die Übernahme in die Betriebe ein Problem dar. Viele Mechatroniker wechseln dann in andere Berufe.
Am 31. Januar erfolgt im Hotel "Schöne Aussicht" in Leißling um 16 Uhr die Freisprechung der Gesellen.

 
FOTO: HARTMUT KRIMMER